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Geschichte der Stadt Enns
Schon um 2000 vor Christus
fand eine kontinuierliche Besiedlung des Ennser Bodens statt.
400 v. Chr. besiedelten
Kelten unser Land. 15 v. Chr. drangen die Römer bis zur Donau vor und
das keltische Königreich Noricum wurde dem römischen Königreich
angegliedert. Nach dem Aussterben der norischen Könige um 45 nach
Christi wurde es zur Provinz Noricum.
Nach den
Markomannenkriegen 167 bis 180 n. Chr. galt es die Donaugrenze zu
sichern und die "legio II Italica" wurde nach Albing beordert.
Wegen dauernder Hochwassergefahr wurde dieses Lager nach Lauriacum
(einem Ortsteil des heutigen Enns) verlegt. Die Fertigstellung war im
Jahre 205, als Bauherr nimmt man Kaiser Septimus Severus an. Das Lager
war 539 Meter lang und 398 Meter breit und beherbergte bis zu 6.400 römische
Soldaten. Heute sind noch Teile des Lagergrabens in der Landschaft zu
sehen.
Westlich des
Legionslagers wurde gleichzeitig eine Zivilstadt errichtet. Sie erhielt
212 nach Chr. von Kaiser Caracalla das Stadtrecht. Damals lebten ca.
30.000 Menschen in Lauriacum.
Während der
Christenverfolgung zur Zeit Kaiser Diokletian´s erlitt der Hl. Florian
am 4. Mai 304 den Märtyrertod durch Ertränken in der Enns.
Lauriacum wurde im 4.
Jhd. Bischofssitz. 450/451 wurde Lauriacum durch die Hunnen zerstört
und nur mehr spärlich aufgebaut. Die Basilika St. Laurenz war
Wirkungsstätte des Hl. Severin. 488 gab König Odoaker den Befehl zum Rückzug
der Romanen, nachdem die römische Herrschaft zusammengebrochen war.
550 strömten die
Bajuwaren ins heutige Oberösterreich und gründeten im ehemaligen
Legionslager eine bayrische Pfalz.
Nach dem Sturz König
Tassilos wurde 788 Lorch karolingische Pfalz. Im Jahre 791 hielt Karl
der Große ein Triduum (dreitägiges Gebet) in Lauriacum ab, bevor er
den Feldzug gegen die Awaren antrat.
Um 900 wurde auf dem Georgenberg die "Enisiburg",
eine Fliehburg, zum Schutz gegen die Einfälle durch
die Ungarn errichtet. Aus ihr dürfte das Schloss Ennsegg hervorgegangen
sein. Das heutige Enns begann ab dem 10 Jhd. am Georgenberg zu wachsen.
Im 12. Jhd. errichtete
Graf Otakar II. als Landesherr auf dem Ennsberg einen planmäßig
angelegten Markt, der rasch emporblühte und Ense hieß.
Am 17.8.1186 fand die
Unterzeichnung der Georgenberger Handfeste statt. Dieser Vertrag besagt,
dass nach dem Tod Otakars IV. von Steir, der keine männliche Erben
hatte und unheilbar krank war, die Steiermark mit dem Traungau an den
Babenbergerherzog Leopold V. von Österreich falle. Nach dem Tod Otakars
im Jahr 1192 fiel Enns an die Babenberger und wurde somit österreichisch.
1193/94 wurden die Ringmauer und die Befestigungstürme aus den Steinen
des zerfallenen röm. Lauriacum und aus dem Lösegeld für Richard Löwenherz,
der auf der Burg Dürnstein gefangengehalten wurde, errichtet.
Das für Enns
wichtigste Datum ist der 22.4.1212. Enns erhielt vom
Babenbergerherzog Leopold VI. das Stadtrecht und gilt seither als älteste
Stadt Österreichs. Die Stadtrechtsurkunde ist die älteste noch im
Original erhaltene Stadtrechtsurkunde. Diese ist im Stadtmuseum Lauriacum aufbewahrt. Eine der Voraussetzungen für
die Stadtrechtverleihung war damals eine Befestigung der Stadt.
Schon im 12. Jhd.
wurden in Enns Messen abgehalten. In der Ennser Münzstätte wurden Silberpfennige (der Ennser Pfenning) geschlagen.
Der Handel
mit Salz, Eisen, Wein und Leinwand blühte. Die Maut für die Übersetzung der
Donau, sowie die Stadtmaut brachten Enns große Erträge. Der
wirtschaftliche Aufschwung ging weiter. Kaiser Friedrich III. ließ 1483
die landesfürstliche Burg als Residenz errichten.
Im Jahr 1501 wurde Enns
Amtssitz der von Maximilian I. errichteten Regierung. Im 16. Jhd. wurde
Enns protestantisch und 1532 standen die Türken vor Enns. Der Stadtturm
wurde 1564 – 1568 unter Kaiser
Maximilian I., auf Wunsch der Ennser Bürger als Glocken, Wach- und Uhrturm, gebaut. 1569/70 wurde die
alte Ennsburg, die langsam zerfiel, zum Schloss Ennsegg um- und
ausgebaut. Auch die um 1483 errichtete landesfürstliche Burg wurde in
diesem Jahr erweitert. Das Siegeln mit rotem Wachs war ab 1594
gestattet.
Die Ennser hatten unter
dem Druck der Gegenreformation zu leiden und die Einquartierung des
churbayrischen Kriegsvolkes und Steuerlasten forderten große Opfer von
der Bürgerschaft. Dazu kam 1625 die Pest, die jeden 14. Einwohner
dahinraffte. Als dann noch 1626 die Bauern die Stadt für 30 Tage
belagerten, wurden 2/3 der Häuser stark beschädigt.
Während der
Erbfolgekriege unter Maria Theresia (1741) war Enns 16 Wochen lang durch
churbayrische und französische Truppen besetzt. In den Jahren 1805 und 1809 waren
französiche Truppen in Enns einquartiert. Nach der Schlacht von
Ebelsberg gab es zwischen 4. und 6. Mai 1809 heftige Kämpfe an der
Ennsbrücke. Napoleon war für 3 Tage im Schloss Ennsegg einquartiert.
Nach diesen kriegerischen Zeiten folgte wieder eine Zeit des
Aufschwungs.
Aus Angst, die Fuhrwerke könnten nicht mehr
durchkommen, wurden 1845 bis 1849 die Stadttore
abgebrochen. Die Ringmauern fielen und auch die Brunnen am Hauptplatz
wurden um 1900 abgetragen.
Mit Beginn des 20.
Jahrhunderts begann schließlich die Industrialisierung.
In den Jahren 1945 bis 1955 war Enns
durch amerikanische Truppen besetzt. Der Ennsfluss bildete die
Demarkationslinie zwischen den von Russen und Amerikanern besetzten Teilen
Österreichs.
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